...und war ich nur ein Blatt im Wind der Ewigkeit, man hat mich doch geliebt.

Januar 2009

 



BELLO

( ich habe dich so genannt, ich weiß nicht einmal ob du einen Namen hattest )

 



Ich kannte dich vom Sehen bereits 4 Jahre. Du hast mit deinem spanischen Herrchen auf einer von uns etwa 4 km entfernten Finca gelebt. Aus dem Auto beim Vorbeifahren habe ich dich immer ganz stolz vor dem alten Haus sitzen sehen , das du mit voller Leidenschaft bewacht hast.

Oft  habe ich dich an Desert Hearts vorbeilaufen sehen, als du dein Herrchen gesucht hast und dieser wieder einmal den ganzen Tag in einer Bar in Ramonete saß.

Du hast ihn auch immer gefunden.

Dann hast du dich für Stunden neben sein parkendes Auto gelegt und auf ihn gewartet. Als er dann endlich aus der Bar kam, hat er dich nicht etwa mit dem Auto mitgenommen. Nein, du musstest dann alleine die ganzen 4 Kilometer  wieder zurücklaufen. Und du warst auch immer sehr vorsichtig und bist oft stehen geblieben wenn ein Auto kam..

Ich weiß nicht wann und wo es passiert ist ! Aber als ich im Januar 09 an "deiner Finca" vorbei gefahren bin, sah ich das du große Probleme mit dem Laufen hattest und die Hinterbeine kaum noch bewegen konntest.

Ich habe danach den ganzen Tag an dich denken müssen, so beschloss ich am nächsten Tag zu deinem Herrchen zu fahren um ihn zu fragen, ob ich dich zum Tierarzt bringen dürfte.

Als ich bei deinem alten Haus ankam, warst du auch da und hast mich auf dem Boden liegend, ängstlich beobachtet.

Dann stellte ich fest, das dein Herrchen nicht da war. So gab ich dir erst einmal zu fressen. Für solche und andere Notfälle habe ich immer Futter und Wasser im Auto. So ging es fast eine Woche und ich konnte Dein Herrchen nicht finden. So fuhr ich nach Ramonete in die Bar um mich nach ihm zu erkundigen.

Dort wurde mir dann mitgeteilt, das dein Herrchen bereits seit 4 Wochen weggezogen sei und nicht mehr zurückkommt. Eilig fuhr ich wieder zu dir, du warst natürlich wieder da. Wo solltest du auch hin, du konntest ja nicht mehr laufen. Dann habe ich dich in mein Auto gehoben und erst dabei habe ich festgestellt, dass du eigentlich nur noch Haut und Knochen warst. Was ich vorher durch dein buschiges Fell nicht gesehen habe.

So fuhr ich voller Hoffnung mit dir zu Jose, unserem Tierarzt. Im Wartezimmer hast du auf meinem Schoss gesessen. Anfänglich noch ganz starr, weil du nicht gewöhnt warst berührt oder  gestreichelt zu werden. Aber dann scheinst du irgendwie gespürt zu haben , dass ich es gut mit dir meine. Und du hast deinen Kopf auf meine Schulter gelegt und dich an mich geschmiegt. In diesem Moment hatte ich das Gefühl das du die Verantwortung für dich, vertrauensvoll an mich übergeben hast.

Aufgrund deiner wahnsinnig starken Schmerzen mussten wir dich sedieren um dich eingehend zu untersuchen. Du wurdest geröngt und dir wurde Blut abgenommen. Als ich mit dir auf die Ergebnisse wartete, hast du durch das Sedieren noch geschlafen und ich habe dich gestreichelt. Ich weiß das du das gespürt hast .Du hast so einen erlösten und irgendwie sogar glücklichen Eindruck gemacht.

Ich konnte Jose ansehen, dass er keine guten Nachrichten für uns beide hatte. Du bist viel zu spät zu ihm gebracht worden. Deine Verletzungen waren zu schwer und dein Allgemeinzustand inzwischen zu schlecht um dir noch helfen zu können.

So entschied ich , dich gar nicht mehr aufwachen zu lassen. Ich blieb bei dir bis du über die Regenbogenbrücke gegangen bist.

Bello, hasta luego.

 

Susanne

 

 

 

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Sue
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